Wahres Wissen kommt aus der Praxis

„Wahres Wissen kommt aus der Praxis“ ist ein chinesisches Sprichwort. Wir geben hier Einsichten von Mitgliedern beim Üben von Taichi und Qigong wieder und veröffentlichen auch Anstöße unseres Lehrers.

Sonntag, 5. September 2021

Der "Tag des Sports" am Sonntag, 5. September 2021, präsentiert sich in neuem Format. Nur noch zwei Vereine sind auf der Moorteichwiese anwesend. Aber es klappt. Die Menschen kommen direkt zu uns, um Taichi und Qigong einmal auszuprobieren, um zuzuschauen oder um sich auszutauschen. Wir üben die Acht Brokate im großen Kreis. Eine ruhige, aufmerksame Atmosphäre legt sich über unsere Wiese. Das reicht noch nicht. Wir stellen die Taichi Schritte vor und die kreisenden Armbewegungen, die zielgerichtet in der Taichi Grundbewegung die "Pferdemähne teilen" münden. Es reicht immer noch nicht. Wir stellen weitere Grundbewegungen vor und bewegen uns gemeinsam langsam, ruhig und konzentriert. Eine angenehme Stille stellt sich ein.

Plötzlich dröhnt laute Musik von den Umkleiden der Fußballer zu uns herüber. Ganz unerwartet dauert die unangenehme Störung nur einen kurzen Moment. Dieses Mal haben wir die dröhnende Musik mit der sanften Energie unserer Bewegungen zum Verstummen gebracht.

Eine Teilnehmerin bemerkt: "Das ist richtig anstrengend in den Beinen und ich muss mich sehr konzentrieren." Eine andere Teilnehmerin stellt fest: "Es tut gut, sich zu konzentrieren, da verschwinden alle anderen Gedanken aus dem Kopf."

Ein Fotoreporter der KN stellt uns für ein Foto auf: "Mit so einer Gruppe möchte ich immer arbeiten, ich kann euch in Ruhe aufstellen und ihr lauft nicht wieder durcheinander."

Nachmittags verabschieden wir uns mit unserem "Fünf Wandlungsphasen Qigong". Die letzte Bewegung ist abgeschlossen, da hören wir die Kirchturmuhr schlagen, 16 Uhr. Was für ein schöner Taichi Spätsommertag! Danke an alle, die zum guten Gelingen beigetragen haben.

Taichi Himmel auf der Moorteichwiese: Die ziehenden Wolken symbolisieren die "Wolkenhände" im Taichi und das "himmlische Pferd fliegt durch die Lüfte" wie in der Taichi Schwertform.
Taichi Himmel auf der Moorteichwiese: Die ziehenden Wolken symbolisieren die "Wolkenhände" im Taichi und das "himmlische Pferd fliegt durch die Lüfte" wie in der Taichi Schwertform.

Mittwoch, 2. Juni 2021

Taichi ist eine wunderbare Erfahrung. Doch sie zu machen, braucht Zeit. Deshalb ist der erste Schritt zum Taichi, sich die Zeit zu nehmen.

Mittwoch, 21. April 2021

Im Geleitwort (2) zu Wang Laoshi's Buch „Die wahre Geschichte des Fünf-Stände-Meihuazhuang" heißt es: „Wang Laoshi unterrichtet Lernende in dem Geist 'nicht zu handeln und doch alles zu tun' und das Ergebnis ruft immer wieder Staunen hervor." Wang Laoshi unterrichtet sparsam, wenn aber seine Worte auf fruchtbaren Boden fallen, dann ist es genau das richtige Maß und sie können große Wirkung entfalten. Nach einem Jahr selbständigen Übens während der Zeit der Pandemie höre ich staunend von neuen Körpererfahrungen mit Taichi&Co z.B. einer geschärften Selbstwahrnehmung oder einem neuen Verständnis fürs Schwitzen während des Übens. Wer „mit ganzem Herzen bei der Sache ist", dem werden sich weitere Türen öffnen. Wang Laoshi nennt es „Bewegung ist Leben“.

Freitag, 30. Oktober 2020

Endlich jemand, der Lust hat, die Partnerübung das große Ziehen dàlǚ 大捋 mit mir wieder mit Leben zu füllen. Das große Ziehen wird in der Partnerübung zusammen mit dem Schulterstoß kào 靠 geübt. Ein Partner praktiziert das große Ziehen und der andere Partner praktiziert den Schulterstoß. Wenn sich beide Partner beim großen Ziehen und dem Schulterstoß abwechseln, geht die Bewegungsrichtung in die vier Ecken sì yú 四隅. Mit etwas Forschergeist kann man neue Möglichkeiten entdecken und in Drehungen, Schritten und zupackenden Händen versinken. Welche Erfahrung!

Donnerstag, 30. Juli 2020

Schwül-heißes Wetter und Zikadenkonzerte in den Bäumen, besonders am Flussufer, das sind die Merkmale der sān fú tiān 三伏天, der "dreimal heißen Tage" in China, von Mitte Juli bis Ende August. Schwitzen ist angesagt, nicht nur in Bewegung, auch in Ruhe. In China heißt es, die Krankheiten des Winters könne man während der sommerlichen Hitzeperiode heilen. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Unsere Methode ist es, die Übungspraxis täglich fortzusetzen und die hohen Temperaturen zu nutzen, um die Entspannung des Körpers zu fördern und die Durchlässigkeit seiner drei Abschnitte und neun Teile voll und tief zu erfahren. Die Gelenke scheinen wie weit geöffnete Tore, außen fließt der Schweiß, innen fließen Blut und Qi ungehindert bis in die entfernten Körperendpunkte. Ziel ist es, angesammelte Kälte und Feuchtigkeit auszuschwitzen und ein neues Gleichgewicht zwischen Körper, Qi und Geist herzustellen. Wer die sommerliche schwül-heiße Hitzeperiode nicht miterlebt hat, wird diese Erfahrung nicht machen können.